Pflanzenfilter oder Technik?

Hallo Jürgen,

fein, dann sind wir ja zur Tiefe einer Meinung. Es stimmt, ich hatte Dich da missverstanden - aber man musste auch schon sehr genau lesen und schlussfolgern, um aufzunehmen, was gemeint war :) .

Grundsätzlich habe ich ebenfalls kein Problem mit überlaufendem Wasser (vorausgesetzt, es läuft in den Teich). Der von Dir erwähnte Vorteil der unten offenen Folientrennung fällt dann aber mindestens teilweise weg. Die 10 Jahre störungsfreien Betrieb glaube ich bei der gewählten Bepflanzung einfach nicht. Selbst 5 Jahre nicht, es sei denn, man zieht einen geeigneten Zwischenboden ein wie Jürgen-B und lässt den Filter darunter frei von Substrat.

Zu NG muss ich zunächst präzisieren, dass ich natürlich nicht deren gesamtes Sortiment beurteile, sondern nur Folie, Vlies, Ufermatte und Ufergrabensaat. Ich stimme Dir vollkommen zu: Die teils reisserische Aufmachung des Verkaufsprospektes wirkte auch auf mich zunächst eher abschreckend und dürfte sich auch bei anderen Kunden kontraproduktiv auswirken. Dieser erste Eindruck hat sich allerdings schlagartig geändert, nachdem ich mit Herrn Schulte gesprochen hatte - nicht nur, dass der sehr verbindlich und kompetent ist, man stellt fest, dass auch die im Katalog erwähnten Restriktionen nicht ernsthaft durchgezogen werden. Das NG Konzept beruht allerdings auf dem Verkauf von Ware plus Information: Auch ich würde deshalb nicht mein gesamtes Know-How im Verkaufskatalog niederschreiben. Die "Arbeitsmappe Teich" mit sehr guten Bauanweisungen kann man kaufen - oder man erhält sie beim Kauf auch der Ware gratis zur mündlichen Beratung dazu - finde ich fair. Die oben genannten Produkte waren alle ausgesprochen hochwertig, Konfektionierung, Versand und Faltung der Folie waren vorbildlich, man hat mir von unnötigen Ausgaben zu Lasten des eigenen Umsatzes sogar abgeraten und die für mich günstigste Alternative (Rechteckfolie vs. konfektionierte Folie) ausgerechnet. Das Ufergraben-Konzept wurde von NG so weit ausgefeilt, dass man es nahezu jedem Teich (mit Ausnahme sehr formal gestalteter Teiche) nur empfehlen kann. Machen nur viele nicht - weil sie es sich nicht vorstellen können ? Welcher Anbieter leistet vergleichbares ? Wer mit NG baut (und sich an deren Vorschlägen orientiert) kann sicher sein, dass sein Teich funktioniert - was man von vielen übereilt selbst geplanten Teichen nicht sagen kann. Bei der Beurteilung des NG Ausstellungsparks zweifle ich oft die Kompetenz der Kritiker an. Ganz sicher kann man seinen Teich erheblich kostengünstiger bauen als mit NG. Allerdings muss man sich das erforderliche Know-How dann mühsam (Internet) und kostenträchtig (Bücher) selbst beschaffen und die vermittelten Informationen dann noch auf ihre Richtigkeit hin beurteilen können. Nach meinem Eindruck gelingt das nicht sehr vielen Teichfreunden.

Zur Qualität der Pflanzen kann ich nichts sagen, da ich noch keine bei NG gekauft habe (viele negative Stellungnahmen findet man aber nicht). Beipflichten kann ich Dir aber in der Beurteilung der Pflanzen von Werner Wallner: Hervorragende Qualität zu einem fairen Preis.

Beste Grüsse
Stefan
 
@ StefanS und lars,

hallo ihr zwei,

aus euren Antworten entnehme ich als Laie, das der Filtergraben von Jürgen zu klein ist??? Hmmm, dann hab ich wieder ein Problem: Da ich im Moment keine größeren Erdbewegungen machen möchte, könnte ich wieder ein Platzproblem bekommen. Zur Zeit stehen neben dem Teich nämlich größere Bäume/Büsche. So viel Platz steht mir jetzt einfach nicht zur Verfügung. :cry: Was mach ich`n jezze??? ;)

@ StefanS

Anscheinend bist du schon bei Naturagard gewesen. Lohnt sich ein Besuch?

MfG
Frank
 
Hallo Frank,

einen zu kleinen Pflanzenfilter gibt es eigentlich nicht. Jede Pflanze hilft beim Nährstoffabbau. Grundsätzlich ist es ja gleichgültig, wo die Pflanzen stehen: Im Teich oder ausserhalb in einem Pflanzenfilter. Wenn sich also in einem Teich keine oder zu wenige Pflanzen befinden, kann ein Pflanzenfilter eventuell zu klein sein, um den Nährstoffabbau allein zu bewältigen. Dann ist tatsächlich aber der pflanzenlose Teich zu gross - und nicht der Pflanzenfilter zu klein. Ich halte 30 % der Wasseroberfläche für einen guten Wert. Vorausgesetzt, es soll ein dicht beflanzter und durchwurzelter Pflanzenfilter werden. Oft tröstet man sich darüber hinweg, dass ein gut aufgebauter Pflanzenfilter ja effektiver ist als dieselbe Pflanzenmasse im Teich. Da weiss ich dann nicht, ob nicht eher der Wunsch Vater des Gedankens ist. Selbst wenn ein gut gebauter Pflanzenfilter wirklich effektiver ist als frei ausgesetzte Pflanzen (was immer noch nachzuweisen wäre - irgendwelche Pflanzenkläranlagen sagen darüber überhaupt nichts aus): Da geht es dann nicht um Grössenordnungen, d.h., man kann einen viel zu kleinen Pflanzenfilter nicht dahin "tunen", dass er das selbe leistet wie ein richtig dimensionierter Pflanzenfilter.

Beste Grüsse
Stefan
 
Hallo zusammen,

Pflanzenfilter oder Pflanzenteich?
Pflanzenfilter habe ich nicht gbaut, ich bin ehrlich, es war mir zuviel Arbeit!
Als ich den Pflanzenteich anlegte, war ich nicht überzeugt, dass er mir tatsächlich zu einem biologischen Gleichgewicht und somit zu einem klaren Wasser(nicht steril) beitragen könnte. Wenn ich aber jetzt meinen Pflanzenteich nach einem Jahr sehe wie die Pflanzen sich entwickelt haben
kann ich nur sagen ich werde noch einen Pflanzenteich anbauen. So kann das Wasser aus dem Filter durch die Pflanzen von dem neuen PFT in den Überlauf zu einem paralell laufenden 2,5 m langen Wasserlauf in den "alten" PFT hindurch in den Teich laufen. Ich bin mir schon fast sicher, wenn dies nächstes Jahr am laufen ist, ich keine Probleme mehr mit Algen haben werde, schon dieses Jahr hatte ich viel weniger Algen als letztes Jahr.
Ein paar Wörter zu Naturagart und dies ist nur meine Meinung!!
Als ich im September 2002 beschloss einen Teich zu bauen, jedoch keine Ahnung hatte, habe ich jede Menge Literatur gekauft und gewältzt, bis ich
nicht mehr wusste was richtig und was falsch war, so unterschiedlich waren die Auffassungen der verschiedenen Autoren.
So kam ich auch zum Gartenteich Magazin und an die Adresse von Naturagart. Ich habe mir einen Katalog bestellt, habe 30 € bezahlt und die Anleitungen zum Bau verschiedener Teicharten erhalten so auch z.B. Schnitte durch verschiedene Teichprofile. Ich war so begeistert, dass ich mir für 60 € die Teichbau-Mappe bestellte. Zu der Teichbau-Mappe gehörten auch drei unterschiedliche Pläne nach der Vorstellung von Naturagart , nach Einsendung meiner Vorstellung und Grösse des Teiches und einer Skizze meines Gartens und Umfeldes. erhielt ich eine Woche später die Pläne, die mir sehr gefielen. Hier wurde ich auch mit dem Ufergraben vertraut, dem NG eine sehr hohe Bewertung zumass. Also spielte ich zuhause sämtliche in Frage kommenden Versionen durch und fragte für jede Version einen Kostenvoranschlag inklusiv die Pflanzen, welches ich alles noch am selben Tag gefaxt bekam. Von Oktober bis Februar war ich am Planen und in ungezählten Gesprächen mit Herrn Schulte war mein Plan eines Natur- und Zierteiches fertig. Das ganze Projekt mit NG scheiterte dann schlussendlich an der Vorauszahlung. Nichtdestotrotz hlielt ich die Planung von NG bei und kaufte das Ganze billiger in Lux.
Ich bin überzeugt von der Kompetenz von NG und empfehle jedem angehender Teichbauer diese 90 € zu investieren denn es lohnt sich schlussendlich.
 
@ all:

- Ich gestern Zwangsurlaub bekommen :p (Stundenabbau) - Wetter die nächsten Tage schön :p - Meine Energie 100% :p -

Heute bin ich angefangen einen Pflanzenfilter zu bauen. Erst habe ich mich davor gescheut die Büsche zu entfernen (viele Wurzeln und Steine darunter). Ich werde den Filter ca. 60 cm tief anlegen. Die Folie die ich verwende, wird eine Wurzelfeste Teichfolie sein. Danach noch 3 ca. 10 cm dicke Schichten mit verschiedenen Körnungen Kies einstreuen, bepflanzen und fertig. Hoffe ich jedenfalls. Achso ja, die Pflanzen in Pflanzkörben lassen, oder direkt in den Kies???

Eine Frage noch, wenn ich Blähton verwende, kann ich das als Ersatz für alle drei Schichten nehmen, oder sollte ich nur die obere Schicht damit einstreuen?

Wenn ich meinen Filter fertig habe, werde ich ein paar Fotos in mein Album stellen.

MfG
Frank
 
In dem PF würde ich die Pflanzen in große Pflanzkörbe setzen. Das erleichtert künftige Reinigungen des Pflanzenfilters
 
lars schrieb:
@stefan: glauben tu ich das nicht :) aba ich hatte den eindruck das andere das denken. "frschl" aba egal.

Habe ich hier irgendwas nicht mitbekommen??? Was ist mir egal???

MfG
Frank
 
@ Harald

Ganz meine Meinung. Natürlich sind auch solche Körbe schwer (hat man mir einmal vorgeworfen) - aber immer noch leichter zu bearbeiten als beim freien Auspflanzen. Ich würde mir nur Mühe bei der Auswahl geben: Möglichst stabil, möglichst rechteckig.

Beste Grüsse
Stefan
 
Hi Frank,


frschl schrieb:
-Achso ja, die Pflanzen in Pflanzkörben lassen, oder direkt in den Kies???

Eine Frage noch, wenn ich Blähton verwende, kann ich das als Ersatz für alle drei Schichten nehmen, oder sollte ich nur die obere Schicht damit einstreuen?

Das mit den Pflanzkörben sehe ich etwas zwiegespalten. Leichter zu reinigen...JA, aber zum einen gibt es da nicht jede Woche oder jeden Monat etwas zu reinigen und zum anderen reduziert man damit die mögliche Abbaurate des Filters. Je mehr Wurzelwerk umso besser funktioniert die PKA. Ist wohl eher eine fallweise Entscheidung die jeder für sich treffen muss.

Den Blähton oder Blähtonbruch nur als unterste Schicht verwenden. Als Drainschicht und Ansiedlungsfläche ist es ideal, aber dieses Material ist auch realtiv leicht und bietet daher den Pflanzen nur wenig halt.

Wer sich mal etwas tiefer in die Materie der naturnahen Abwasserreinigung einlesen möchte kann dies hier recht gut tun. Mit etwas Geschick kann man mit den dort beschriebenen Werten auch die für den jeweiligen Teich benötigte Fläche der PKA berechnen. Auch wird dort ein bislang kaum geachteter Vorteil von Pflanzenfiltern näher erläutert, nämlich die Verminderung von Krankheitserregern.

http://www.bodenfilter.de/default.htm

MBG...Jürgen
 

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