Pflanzenfilter oder Technik?

Frank

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Hi @ all,

habe eben schon mal im Chat versucht etwas über die Filter in Erfahrung zu bringen. Ging auch teilweise.

In meinem Garten befindet sich eine kleine Pfütze, die ich nächstes Frühjahr vergrößern möchte, von jetzt 2500 auf ca. 5000 L. Jetzt bin ich auf der Suche nach der besten Filterart und hoffe auf ein paar Tips von euch. :idea:

Daten:
2500L jetzt, nächstes Jahr ca, 5000L
6 Goldis
4 Blue Shubukin
5 Bitterlinge
Muscheln
Jungpflanzen und alte ausgedünnte Pflanzen.
Filter keine, nur eine kleine Springbrunnenpumpe mit Wasserfontäne und "spuckender Frosch" zur Wasserumwälzung.

Danke euch schon mal im Voraus. Kann heute aber leider nicht mehr antworten. Werde morgen wieder reinschauen

MfG
Frank
 
also wenn du deinen teich nur auf 5.000 liter erweiterst dann denke ich wird dein platz nicht besonders groß sein den du zurverfügung hast. ein PF erstmal egal wie du diesen anlegst wird schon eine ansprechende fläche von deinem teich in anspruch nehmen müssen. nichtdestotrotz ist ein PF sehr wichtig um das nitrat abzubauen was dein filter durch die wandlung von nitrit und ammoniak produziert. bei dieser teichgröße (ohne jetzt fotos gesehen zu haben) könnte ich mir vorstellen das du mit einem filter und entsprechender pflansmasse im teich zurecht kommen wirst. das alles gilt erstmal solange du keine koi halten wirst.
den teich wie bisher gänzlich ohne filter und oder ohne PF zu betreiben halte ich nicht für erstrebenswert, zumal du mit reichlich nachwuchs rechnen kannst.

damit du mich nicht falsch verstehst:
PF: extra pflanzfilter welcher vom teich selber erstmal getrennt ist
filter: ein mechanich/biologischer filter alla oase, etc.
pflansmasse: damit meine ich genügend pflanzen im gesammten teich.

alles klar :)
 
Ich versuche mal einen Entwurf vom zukünftigen garten in mein Album zu stellen.

MfG
Frank
 
Muss erst mein Bild ändern, klappt erst morgen tschuldigung

MfG
Frank
 
Hallo Frank,

Platz ist für gewöhnlich in der kleinsten Hütte ;) , daher bin ich der Ansicht, dass auch dein Teich ohne herkömmliche Filtertechnik auskommen kann.

Auf dem Bild ist zu erkennen, wie man entlang der Uferlinie einen schmalen, dafür etwas längeren, Graben als Pflanzenfilter nutzen kann. Dieser Graben ist nur durch einen Einlauf mit dem Teich verbunden. Mittels einer Pumpe wird Wasser in den Anfang des Filters befördert und durchströmt diesen horizontal. Je nach Länge und Bepflanzung kann man hierbei eine beachtliche Filterleistung erzielen und nebenbei auch noch den Teichrand mit einer Menge Pflanzen verschönern. Der "Filtergraben" wird dabei in zwei Schichten mit Substrat gefüllt. Die untere Schicht besteht aus Blähton oder Blähtonbruch in der jeweils größten erhältlichen Ausführung. Auf diese Schicht werden die Pflanzen gesetzt und der Rest dann mit Kies (2-8mm) um die Pflanzen herum aufgefüllt. Nun kommt noch ein Trick hinzu. Damit das Wasser nicht nur an der Oberfläche entlang strömt, wird kurz vor dem Einlauf in den Teich der Graben im Querschnitt mit einem eingeklebten Stück Folie verschlossen. Dieses Schott wird an der tiefsten Stelle mit einem Loch versehen, so dass das Wasser gezwungen ist durch den Wurzelraum zu strömen und nicht an der Oberfläche entlang.
 

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Hallo Frank,

ich hab zwar keine Fische und das übrigens ganz bewust, aber ich kann Jürgen nur zustimmen. Pflanzen sind die einzige Möglichkeit die von den Fischen produzierten Nährstoffe zu binden. Ob das nun ein externer Pflanzenfilter ist oder genügend Pflanzen im Teich ist hierbei nicht von Bedeutung. Wenn deine Fische die Pflanzen nicht wegfressen kannst du sie direkt in den Teich setzen. Vor allem Unterwasserpflanzen ( Hornkraut, Wasserpest, Tausendblatt usw.) verbrauchen viele Nährstoffe und erzeugen nebenbei den für die Fische wichtigen Sauerstoff. Je mehr Nährstoffe vorhanden sind, desto mehr werden die Pflanzen wachsen. Wenn es zu viel wird, ausdünnen und Kompostieren.

Damit die Pflanzen gut wachsen können, würde ich Sand als Pflanzsubstrat empfehlen. Schau mal in mein Album.
Bei mir haben die Unterwasserpflanzen jedenfalls schon seit Mai (Neuanlage des Teiches) fast den ganzen Teichgrund erobert.

Für die Optik ist übrigens ein Ufergraben recht praktisch.
 
Hallo Jürgen und Georg,

ihr habt mich davon überzeugt einen Pflanzenfilter anzlegen, und zwar genauso, wie Jürgen es beschrieben hat. Das mit dem Ufergraben ist eine gute Lösung. Da ich mich in diesem Thema noch nicht so sehr belesen habe, hat mich ein Beitrag, bei dem der Pf außerhalb des Teiches angebracht war aus der Spur gebracht. ;)

Eine Frage noch an Jürgen: Wie tief sollte der Graben sein und ist es egal, welche Pflanzen mit dort einpflanzt?

Nochmals vielen Dank an euch.

MfG
Frank
 
@Georg

Ich möchte jetzt bloß nicht den Anschein erwecken dir widersprechen zu wollen, denn selbstverständlich ist deine Argumentation auch aus meiner Sicht vollkommen richtig. Einzig die Aussage, dass es egal ist ob die Pflanzen im Teich gepflanzt werden oder z.B. extern als eine Art Pflanzenfilter ihren Zweck erfüllen, stört mich ein wenig. Die Effizienz eines richtig aufgebauten und bestückten Pflanzenfilters ist um einiges höher als die gleiche Bepflanzung in das Substrat des Teiches eingebracht. Es steckt hierzu einfach etwas mehr know-how dahinter. Ich würde mal so weit gehen und behaupten, dass man sich hierbei die Natur und ihre Prozesse in konzentrierter Form zu nutze macht. :)


@Frank

Die Mindesttiefe hängt sehr von der Art der Bepflanzung und dem damit verbundenen Wurzelwerk ab. Es eignen sich alle fein und zugleich quantitativ stark wurzelnden Pflanzen, insbesondere die Iris pseudacorus. Aber auch viele Binsen-, Schilf-, und Röhrichtgewäche kommen in Frage und stehen der Irsis und ihren Verwandten in kaum etwas nach. Ein bißchen hiervon und etwas davon, ganz wie es eben deinem Geschmack entspricht.

Die untere Drain-Schicht, bestehend aus Blähton, sollte um die 20cm betragen. Etwas mehr oder weniger macht da nicht viel aus. Aber weniger als 10cm sollten es nicht sein, da diese sonst eventuell zusedimentieren kann. Auf keinen Fall darf der untere Ausschnitt in der Trennfolie (Schott) am Ende des "Filters" über diese Drainschicht reichen. Den abgegrenzten Bereich hinter der Trennfolie füllst du annähernd komplett mit Blähton auf.

Die stärke der Kiesschicht auf der Schicht aus Blähton muss du entsprechend der Bepflanzung wählen, um zu gewährleisten, dass hochwachsende Pflanzen wie z.B. Röhricht- und Binsengewächse genügend halt finden können. Wie ich die Erfahrung machen musste, breiten sich deren Wurzel nämlich nicht nur nach unten aus. Hier steht es dir auch frei ob du den Pflanzgraben nun komplett mit Kies auffüllst, so das kein Wasser sichtbar ist oder du etwas Freiraum für eine flache Wasserfläche lässt. Ich habe mich für letzteres entschieden und nutze diese kleine Pfütze zusätzlich für Wasserlinsen, die so nicht in den Teich gelangen können. Die komplett aufgefüllte Variante hat aber auch ihren Vorteil, denn so erwärmt sich das Wasser im Sommer etwas weniger. Wenn allerdings die Pflanzen so richtig in Fahrt kommen, spenden die auch genügend Schatten.

Hier mal ein Bild mit etwas Text wie mein "Filter" nach der Fertigstellung und mit der ersten Bepflanzung aussah. In meiner Galerie findest du hierzu auch ein aktuelles Bild mit entsprechender Vegetation. Zeitlich liegt da etwa ein Jahr dazwischen.

Viel Erfolg...Jürgen
 

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Hallo Jürgen,

nochmals vielen Dank für deine Antwort. Du gibst dir ja wirklich sehr viel mühe und schreibfaul bist du auch nicht gerade. Alle Achtung :!: :!: :!:

Den Filtergraben muß ich jetzt natürlich erst mal nachträglich und evtl. auch etwas provisorisch anlegen, weil, wie gesagt, ich im nächsten Jahr den Garten komplett neu anlegen möchte. Leider ist es mir aber zu gefährlich noch ein halbes Jahr mit dem Filter zu warten, da ich denke ansonsten größere Probleme mit meiner Wasserqualität zu bekommen.

Die Bilder vom Teich in deiner Gallerie gefallen mir sehr gut. Wieviel Liter faßt dein Teich? Was ich auf den Fotos erkennen kann könnte es in etwa der Größe entsprechen, die mir auch vorschwebt. Vielleicht kannst du mir auch noch verraten, was du so ungefähr an Euros investiert hast. Zur Neuanlage eines Garten gehört nun leider auch mal ein wenig Kalkulation der Kosten.

Da fällt mir noch was anderes ein: Hast du schon mal was von der Firma "Naturagart" gehört? Die Firma beschäftigt sich hauptsächlich mit der Anlage von Teichen. Die meisten davon sind Großteichanlagen. Im Moment bauen sie einen Unterwasserpark bei sich auf dem eigenen Gelände. Dieses Projekt scheint in Europa einzigartig zu sein und soll nach der Fertigstellung auch Hobbytauchern zum erkunden dienen. Da die Firma ganz in der Nähe von mir beheimatet ist, werde ich denen demnächst wohl mal einen Besuch abstatten. :p



MfG
Frank
 
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